Autobatterien - ein endloses Thema
Mit konstanter Regelmäßigkeit werden jedes Jahr Autobatterien auf den Markt gebracht, die - wenn man der Werbung glaubt - immer höhere Kaltstartleistung, mehr Kapazität, besondere Tiefentladefestigkeit, totale und noch totalere Wartungsfreiheit und und und aufweisen. Der Verbraucher muss den Eindruck gewinnen, er wird mit Qualitätsprodukten nur so zugeschüttet. Dann liest er jedoch die Pannenstatistik des ADAC und dort wird genau das Gegenteil gesagt. Die Ausfallquote durch Batterieschäden steigt und steigt und steigt. Wie passt das zusammen?
Wir wollen hier versuchen, ein bisschen Licht in dieses Dunkel zu bringen und vielleicht atmet danach so mancher Verbraucher durch und erkennt, was falsch läuft. Wir behaupten und erklären:
- Es gibt keine total wartungsfreien Batterien, auch wenn es noch so deutlich auf der Batterie aufgedruckt steht. Das Motto "Einbauen und Vergessen" ist sehr trügerisch, denn unter extremen oder unnormalen Betriebsverhältnissen verbraucht jede Batterie Wasser.
- Batterien entladen sich auch dann, wenn sie nicht benutzt werden. Je weniger sie benutzt werden, um so kürzer ist ihr Leben. Also sollte jeder Nutzer einer Batterie hin und wieder die Spannung messen und sollte diese unter 12,5 Volt liegen, unbedingt nachladen.
- Der Käufer kauft eine Batterie in dem Glauben, jede angebotene Batterie könne er problemlos einsetzen und je wartungsfreier diese angepriesen wird, um so besser für ihn. Doch da beginnt meist das Problem. Nicht jede Batterie ist für jedes Fahrzeug geeignet und eine sogenannte total wartungsfreie Batterie kann die total falsche Wahl sein.
- Batterien leben nicht ewig. Je nach Fahrweise liegt die Lebenserwartung einer Ersatzbatterie zwischen 2 und 6 Jahren. Nach 3-4 Jahren sollte eine Batterie ausgetauscht werden, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Schwierigkeiten beim Starten macht. Der Ausfall zur unrechten Zeit ist meist sehr viel teurer als der rechtzeitige Austausch.
- Batterien sind selten frisch, d.h. wenn sie über die diversen Handelsstufen beim Verbraucher angekommen sind, leben sie bereits einige Monate, wenn nicht gar schon Jahre. Prüfen und Nachladen ist daher sehr angebracht. Die Spannung sollte 12,5 Volt und der Kaltstart 80 % nicht unterschreiten.
- Man sollte niemals eine Batterie kaufen, die die Kapazität der als Orginal eingebauten Batterie um mehr als 15 % überschreitet. Die Lichtmaschine schafft es meist nicht, diese Batterie richtig zu laden und eine nicht voll geladene Batterie macht auf Dauer Probleme.
- Europäische Fahrzeuge vor dem Baujahr 2000, also noch mit Lichtmaschinen, die einen Ladestrom unter 14,4 Volt leisten, sollten nicht mit Blei/ Kalzium-Batterien ausgerüstet werden. Der Ladestrom reicht für diese Batterien nicht aus.
- Asiatische Fahrzeuge sollten generell nur mit der alten Blei/ Antimon-Technologie ausgerüstet werden, auch wenn diese Batterien dann gewartet werden müssen, da sie Wasser verbrauchen.
- Aufklärung tut not. Es ist erschreckend, wie wenig diejenigen von Batterien verstehen, die den Verbraucher eigentlich beraten und auch verhindern sollten, dass die falsche Batterie ins Fahrzeug eingebaut wird.
Natürlich stehen diese Behauptungen und Ratschläge in krassem Gegensatz zum Wunsch des Handels, immer die Batterie mit der höchsten Marge zu verkaufen. Das jedoch zahlt sich meist nicht aus. Unzufriedene Kunden kommen nicht wieder. Ein dringender Rat an jeden, der demnächst eine neue Batterie braucht: Kaufen Sie nicht einfach, sondern lassen Sie sich beraten. Fachleute erkennen Sie daran, dass diese nach Ihrem Fahrzeug, dem Baujahr und nach den im Jahr gefahrenen Kilometern fragen. Haben Sie den Eindruck, dass jemand nur schnell verkaufen will, dann gehen Sie zu einem anderen Händler. Vorsicht dort, wo überhaupt niemand berät. Oder wollen Sie der nächste sein, der auf der Autobahn den ADAC rufen muss?
Klaus Stratmann
SHG GmbH
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